Wieder einmal ist ein ereignisreiches Wochenende vorüber. Die Herren des VC Reken durften gleich zweimal ran und zeigten sich hier von ihrer besten Seite.

Am Freitagabend wurde das vorerst verlegte erste Spiel der Saison gegen den SG Suderwich ausgetragen. Hierzu wurde der Gegner auf einen Trainingsabend unserer Herren eingeladen. Das Schiedsgericht wurde auch diesmal, mit Einverständnis der Gegner, von unseren Spielerinnen der 1.Damen Lina Dowe und Vera Kessel in Zusammenarbeit mit dem Anschreiber-Duo aus Suderwich geleitet. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

Das Spiel gegen Suderwich schien zuvor keine große Hürde zu werden. Wenige Stunden vor Spielbeginn stellte sich jedoch heraus, dass auf Spieler J. Becher aus beruflichen Gründen verzichtet werden muss. Ein Umdenken der Strategie war von Nöten. Die Mannschaft ging etwas besorgt in das Spiel hinein. Die ersten Ballwechsel waren holprig, irgendwie schien alles ein wenig schief zu laufen. Erst nach ungefähr 10 Ballwechseln, begannen unsere Herren ihr Potenzial zu zeigen. Die Annahme kam sicherer, das System, die Laufwege und das Zusammenspiel funktionierten meist reibungslos und im Abschluss ließen sich oftmals echte Hammer sehen. Nachdem im ersten Satz der Abstand durch eine Aufschlagsserie von Sven Fischer beinahe verdoppelt wurde, ließ man sich diesen nicht mehr nehmen. Der erste Satz ging mit 25:11 an Reken.

Auch im zweiten und dritten Satz zeigten die Rekener sich vor ihren Fans siegessicher, sie zeigten den Willen, diese Saison trotz aller Probleme herausragend zu meistern. Das Spiel ging somit mit einem 3:0 und einem Ballverhältnis von 75:32 an Reken. Müde, jedoch nicht völlig erschöpft, wurde der Abend bei einer geselligen Runde beendet. Wohlwissend, dass der schwerste Teil dieses Wochenendes noch vor ihnen liegen würde.


Direkt am darauf folgenden Tag durften die Herren erneut auf den Platz. Das Spiel gegen den zu der Zeit Zweiten der Tabelle begann zwar erst um 19:00 Uhr am Abend in der Halle des VC Bottrop, dennoch lagen zwischen dem vorangegangen Nachholspiel und dem Spitzenspiel der Vorrunde nicht einmal 24 Stunden.

Man reiste mit 8 Spielern an, auch der am Vorabend verhinderte J. Becher war wieder mit von der Partie. Da Stammsteller M. Schöttler jedoch aus privaten Gründen nicht zu Beginn des Spiels anwesend sein konnte, musste improvisiert werden. Die Mannschaft ging somit nicht wie geplant mit dem altbewährten 4-2 System aufs Feld, sondern spielte erneut im 5-1 System mit nur einem Steller. N. Korte war hier der Stellerersatz für Stammsteller M. Schöttler, zusammen mit Allrounder J. Becher als Diagonalspieler.

Wider Erwarten lief das Spiel jedoch hervorragend an. Man konnte den Gegner, welcher mit einer vollen Besetzung von 12 Spielern weitaus größere strategische Möglichkeiten hatte und hier sogar ehemalige Oberligisten sein Eigen nennen konnte, in seine Schranken verweisen. Es herrschte großartige Stimmung, jeder Ball, selbst die eigenen Fehler, wurden mit schallenden Rufen bejubelt und kommentiert. Der wohl stärkste Gegner der Tabelle schien vom kleinen VC Reken überrumpelt. Der Satz ging mit 25:17 an unsere Herren.

Obwohl Stammsteller M. Schöttler bereits zur Mitte des ersten Satzes eintraf, wollte man das offenbar funktionierende System nicht umstellen. Dies schien sich auch im zweiten Satz als richtige Herangehensweise herauszustellen. Man setzte den Gegner mit gezielten Aufschlägen und teils überraschender Angriffsausführungen unter Druck. Der Block stand auf Seiten der Rekener Mal um Mal gut, so dass die Angriffskraft des Gegners bereits an der Netzkante verpuffte. Man spielte sein Spiel und ließ sich auch von regelrechten Wutausbrüchen über ein „unfaires“ Schiedsgericht auf Seiten der Bottroper nicht aus der Ruhe bringen. Der zweite Satz ging somit ebenfalls, mit 25:23 an Reken.

Im dritten Satz sollte die Strategie jedoch versiegen. Man spürte, dass nach dem Spiel am Vorabend langsam die Kräfte schwinden und der Satz war von Konzentrationsschwächen durchzogen. Die Annahme kam zunehmend unsauber, das Stellspiel war nicht mehr präzise genug und der Abschluss fehlte teils gänzlich. Auch durch überstürzte Strategiewechsel kam Chaos ins Spiel. Die Stimmung kippte und man musste sich mit 19:25 geschlagen geben.

Der vierte Satz brachte eine Änderung des Systems mit sich. Stammsteller M. Schöttler wechselte mit J.Becher, während dieser nun als Außenangreifer fungierte. Somit konnte nun wie zuvor angedacht im 4-2-System gespielt werden. Es dauerte ein wenig, sich an die Umstellung zu gewöhnen und der Gegner spielte unbeeindruckt weiter. Erst nachdem man sich an den Spielfluss gewöhnt hatte, konnte die Aufholjagd beginnen. Aus dem anfänglich schwachen Start wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Spielstärke auf Augenhöhe. Dennoch war man aufgrund des kleineren Spielerkaders und der kurzen Spielpause mit seinen Kräften spürbar am Ende. Die Herren aus Reken konnten mental und körperlich, trotz großartiger Unterstützung von außen, nicht bis zum Schluss mit ihren Gegnern mithalten und mussten auch diesen Satz mit 21:25 abgeben.

Im 5.ten und entscheidenden Satz wollte man nicht erneut durch eine Umstellung Unruhe in das eigene Spiel bringen und spielte somit wie zuvor weiter. Denn bis zu den nötigen 15 Punkten hielt man in jedem Satz die Nase vorn. Der Satz begann gut, man konnte wieder einmal zeigen, dass es keine Rolle spielt,  in welcher Liga ein Spieler bereits gespielt hat, es kommt immer auf die ganze Mannschaft und den Willen an. Die Oberligisten des VC Bottrop waren zwar durchaus starke Spieler, doch konnte man sie mal um mal aus dem Spiel heraushalten. Dennoch zollte die Mannschaft für das lange Spielwochenende ihren Tribut, es gelang leider nicht,  genug Energiereserven abzurufen und man musste sich denkbar knapp mit 13:15 geschlagen geben.

Letztendlich zeigten die Rekener Herren trotz der Vorbelastung ein beeindruckendes Spiel und sicherte sich so den 2. Platz der Tabelle. Das summierte Punkteverhältnis von 103:105 Punkten zeigt, wie ausgewogen dieses Spiel war. Man freut sich bereits auf die Rückrunde und hofft,  dann eventuell die zurzeit verletzten Mannschaftskameraden mit auflaufen lassen zu können, um zu zeigen,  wer wirklich die Tabelle anführen sollte. Hervorzuheben ist der offensichtlich gestärkte Mannschaftszusammenhalt. Auch wenn es dem Trainer aufgrund des engen Spielverlaufes nicht möglich war, jeden Spieler spielen zu lassen, da dies ein Risiko für den Spielfluss dargestellt hätte, nahm man es gelassen und unterstützte weiterhin mental.


Für den VC Reken angetreten sind an diesem Tag:

Andreas Stripling, Lukas Ross, Simon Humberg, Dominik Kremer, Sven Fischer, Johann Becher, Markus Schöttler und Nils Korte.

Unterstützung von der Seite erhielten sie durch Trainer Florian Hollermann sowie Mannschaftskamerad Dennis Korte und Damenspielerinnen Vera Kessel und Kim Dowe.